Rechtsfähige Stiftung

Wünscht der Stifter neben der Finanzbehörde eine zusätzliche staatliche Aufsicht oder bevorzugt er eine operativ tätige Stiftung oder möchte er ein wertmäßig großes Vermögen auf die Stiftung übertragen, so sollte er die rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts als Rechtsform wählen. Sie muss vom Staat anerkannt werden und unterliegt der laufenden staatlichen Aufsicht. Diese stellt sicher, dass die Stiftungsgesetze eingehalten und der private Stifterwille verwirklicht wird.

Die Organe einer rechtsfähigen Stiftung sind für die Verwaltung, die Erhaltung des Grundstockvermögens und für die Verfolgung der Stiftungszwecke verantwortlich. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB ist ein Stiftungsvorstand vorgeschrieben, der die Stiftung im Rechts- und Geschäftsverkehr vertritt und deren Geschäfte führt. Als weitere Organe können ein Kuratorium und ein Stiftungs- oder Verwaltungsrat eingerichtet werden, denen kontrollierende Funktionen eingeräumt werden können. Ein weiteres Gremium neben dem Vorstand empfiehlt sich aber erst ab einer bestimmten Größenordnung der Stiftung.

Der Stifter legt in seiner Stiftungssatzung fest, wie viele Mitglieder die Organe haben und wie diese bestellt werden sollen. Dabei kann sich der Stifter zu Lebzeiten das Recht zur Bestellung vorbehalten und auch selbst Vorstandsmitglied sein.